Sommerserie: Echte Geschichten aus meinem Coaching – Julias Weg zurück zu sich selbst
- Melanie Weilenmann
- 28. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Diesen Sommer möchte ich eine kleine Serie mit euch teilen: echte Geschichten aus meinem Coaching. Geschichten von Frauen, die ich ein Stück auf ihrem Weg begleiten durfte. Über Veränderungen, Herausforderungen, neue Lebensphasen und die vielen kleinen Schritte, die man von aussen oft gar nicht sieht.
Alle Geschichten sind natürlich anonymisiert und mit Einverständnis der betreffenden Frau. Ich ändere Namen und lasse Details weg, die Rückschlüsse auf die Person zulassen würden. Das Alter lasse ich stehen, das macht es für mich authentischer. Vielleicht erkennt sich die eine oder andere von euch in einem der Themen wieder.

Heute geht es um Julia (34).
Julia ist eine meiner längsten Kundinnen. An unser erstes Treffen erinnere ich mich noch gut. Wir sassen in einem kleinen Café bei uns im Dorf, und schon nach kurzer Zeit hatte ich das Gefühl: das passt.
Wir haben viele ähnliche Wesenszüge. Beide übernehmen wir gerne Verantwortung, haben viel Energie und hohe Ansprüche an uns selbst. Menschen, die viel schaffen, aber dabei auch schnell sich selbst vergessen.
Manchmal war es fast so, als würde ich mein eigenes Ich von vor ein paar Jahren vor mir sitzen sehen. Dieses Gefühl, immer noch mehr zu können, noch mehr zu tragen, einfach weiterzumachen.
Bei Julia zeigte sich das vor allem im Alltag. Sie war beruflich sehr engagiert, arbeitete viel, war oft unterwegs. Gleichzeitig wollte sie im Sport wieder Fortschritte machen und ihren Körper weiterbringen.
Irgendwann hat ihr Körper angefangen, Grenzen zu zeigen. Eigentlich hatte er das schon länger versucht, ihr zu sagen. Julia lebt mit Morbus Crohn, Rheuma und entzündlichen Beschwerden. Dazu kamen immer wieder Verletzungen und Phasen, in denen einfach zu viel zusammenkam.
Unser Weg zusammen war deshalb nie nur ein Weg zu mehr Leistung. Es ging eher darum, wieder eine gute Beziehung zum eigenen Körper aufzubauen. Fortschritt heisst nicht immer, mehr zu machen. Regeneration ist kein Rückschritt. Der Körper arbeitet nicht gegen uns, er will uns eigentlich schützen.
Wir haben mit frauenspezifischem Training angefangen. Mit Zyklus, Belastungssteuerung, und der Frage, wie Training, Alltag und Gesundheit überhaupt zusammenpassen können.
Über die Jahre durfte ich Julia durch einige Lebensphasen begleiten. Von den ersten Gesprächen über Frauengesundheit, über den Aufbau ihres Lauftrainings, bis zu ihrem ersten Halbmarathon. Wir haben über berufliche Veränderungen gesprochen, über den Wunsch nach einem anderen Rhythmus im Leben, über persönliche Entscheidungen.
Auch Ernährung war immer wieder Thema. Aber nie im Sinne von Verzicht oder starren Regeln, sondern eher: Was tut ihrem Körper, ihrer Energie, ihren Zielen wirklich gut?
Und jetzt steht ein ganz neues Kapitel an: Julia ist schwanger und wird zum ersten Mal Mama.
Wenn ich zurückblicke, beeindruckt mich einfach, wie viel sie gemeistert hat. Wie sie immer wieder bereit war hinzuschauen, Dinge zu hinterfragen, Neues auszuprobieren.
Was sich für mich durch die ganze gemeinsame Zeit zieht, ist das Thema Selbstfürsorge. Sich selbst ernst nehmen. Die eigenen Bedürfnisse nicht immer nach hinten stellen. Pausen nicht als Schwäche sehen, sondern als etwas, das einen langfristig stärker macht. Und den eigenen Körper nicht nur danach beurteilen, was er leisten kann, sondern auch mal wertschätzen, was er jeden Tag für einen trägt.
Eine der schönsten Rückmeldungen von Julia war, dass sie mich als jemanden sieht, bei dem sie immer wieder Rat und Unterstützung findet.
Genau das ist für mich Coaching. Es geht nicht nur um Trainingspläne oder Kilometer. Es geht um Menschen, um Lebenswege, um Vertrauen. Und darum, Frauen zu helfen, ihren eigenen Weg zu finden. Ich bin sehr dankbar, dass ich Julia ein Stück begleiten darf. Und ich freue mich riesig auf das nächste Kapitel mit ihr: Schwangerschaft, Wiedereinstieg ins Training, Mutterschaft und alles, was dazugehört.
Danke, Julia, dass ich Teil deiner Reise sein darf.




Kommentare