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Sommerserie: Echte Geschichten aus meinem Coaching – Janas Rückkehr zu ihrer sportlichen Identität

Wenn ich an meine Kundinnen denke, die nach der Babypause wieder einsteigen wollen, dann sehe ich oft dasselbe Bild vor mir: Frauen, die sich vorstellen, einfach wieder dort anzuknüpfen, wo sie aufgehört haben. Ich oute mich: So hatte ich es mir auch vorgestellt. Aber die Realität sieht meistens anders aus.


Heute möchte ich euch deshalb wieder eine Geschichte aus meinem Coaching erzählen. Natürlich anonymisiert: Namen und Details sind geändert. Das Alter lasse ich stehen, damit die Geschichte greifbar bleibt und du dich vielleicht selbst irgendwo wiederfindest.



Heute geht es um Jana, 36. Sie und ich kennen uns eigentlich schon ewig, noch vom Gymi her, und umso mehr hat es mich gefreut, als sie sich diesen Frühling bei mir für ein Coaching gemeldet hat.

Zu Janas sportlicher Vorgeschichte: Sport war für Jana nie einfach nur Ausgleich, sondern ein Teil von ihr. Sie hat jahrelang intensiv Mannschaftssport gespielt, mehrere Trainings pro Woche, Spiele am Wochenende. Wer selbst mal so trainiert hat, weiss: Das ist keine Freizeitbeschäftigung nebenbei, das ist ein ziemlicher Teil des Lebens.


Dann kamen zwei Schwangerschaften, zwei kleine Kinder und ein komplett neuer Alltag. Heute ist Jana Mama von zwei Kindern im Vorschulalter und arbeitet zu 60 %. Und wie das eben so ist mit Job, Familie und Haushalt: Am Ende des Tages bleibt für einen selbst oft nicht mehr viel übrig.


Der Sport ist bei Jana über die Zeit einfach verschwunden. Nicht, weil sie nicht gewollt hätte, sondern weil der Alltag es kaum zuliess. Mannschaftssport ist mit zwei kleinen Kindern schlicht schwer zu organisieren. Dazu kommt, dass Jana auf dem Land wohnt, wo die Möglichkeiten anders aussehen als früher, als sie noch in der Stadt gewohnt hat.

Was die Sache zusätzlich schwierig machte: Jana war immer leistungsorientiert. Sport bedeutete für sie lange Zeit Wettkampf und sich mit anderen zu messen. Jetzt stand sie vor der Aufgabe, eine Art von Sport zu finden, die zu ihrem heutigen Leben passt, ohne dass es sich wie ein Rückschritt anfühlt.


Genau deshalb ging es im Coaching nicht darum, möglichst schnell wieder dort anzuknüpfen, wo sie vor den Schwangerschaften stand. Es ging darum, einen Wiedereinstieg zu finden, der auch in einen vollen Alltag mit zwei kleinen Kindern passt. Wir schauten also konkret, was sie sich vorstellen konnte und wo sie in ihrer Woche Lücken finden konnte, neben Arbeit und Kinderbetreuung, um kleine Einheiten einzubauen.


Auch der Beckenboden war ein Thema. Jana trainiert ihn schon sehr diszipliniert, trotzdem hatte sie bei bestimmten Belastungen, zum Beispiel beim Springen oder auf dem Trampolin, immer wieder Beschwerden. Hier ging es darum zu klären, dass solche Beschwerden nach zwei Schwangerschaften nicht einfach normal sind und wie sie sich gezielt Hilfe holen kann.


Auch die Ernährung haben wir thematisiert – mit kleinen Veränderungen und Kniffen, die ihren Körper unterstützen, gleichzeitig aber auch für die Familie passen und nicht den ganzen Menüplan auf den Kopf stellen.


Eine der schönsten Erkenntnisse aus diesem Coaching war für mich, dass Fortschritt nicht heissen muss, wieder genau die gleiche Sportlerin von früher zu werden. Manchmal heisst Fortschritt, eine neue Version von sich selbst kennenzulernen: eine, die nicht mehr jedes Training auf Anschlag durchziehen muss und sich nicht nur über Leistung definiert, sondern auch über Freude und eine Stärke, die bleibt.


Denn manchmal geht es beim Wiedereinstieg gar nicht darum, zurückzugehen. Sondern darum, herauszufinden, was der Körper heute wirklich braucht.

 
 
 

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