Sommerserie: Echte Geschichten aus meinem Coaching – Ninas Weg zurück zu mehr Selbstfürsorge
- Melanie Weilenmann
- 4. Aug.
- 3 Min. Lesezeit
Diesen Sommer teile ich ein paar Geschichten aus meinem Coaching mit euch. Geschichten von Frauen, die mich ein Stück auf ihrem persönlichen Weg mitgenommen haben und zeigen, wie unterschiedlich Gesundheit aussehen kann.
Coaching bedeutet für mich nämlich nicht nur Trainingspläne schreiben oder Ernährungsempfehlungen geben. Oft geht es um viel mehr: den eigenen Körper besser verstehen, Zusammenhänge erkennen, neue Perspektiven einnehmen – und manchmal auch alte Muster hinterfragen.
Alle Geschichten sind natürlich anonymisiert. Namen und persönliche Details ändere ich, damit die Privatsphäre meiner Kundinnen geschützt bleibt. Das Alter bleibt bestehen, damit die Geschichten authentisch bleiben und ihr euch vielleicht in dem einen oder anderen Thema wiedererkennt.

Heute geht es um Nina (33).
Nina gehört zu den Frauen, die mich richtig beeindruckt haben – vor allem wegen ihrer Bereitschaft, ehrlich hinzuschauen und Veränderungen auch wirklich zuzulassen.
Sport hat sie schon ihr ganzes Leben begleitet, sie ist eine aktive Frau durch und durch. Trotzdem lag eine schwierige Phase hinter ihr, als wir angefangen haben zusammenzuarbeiten. Verschiedene gesundheitliche Themen und ein sehr hoher Anspruch an sich selbst hatten Spuren hinterlassen. Nina konnte unglaublich viel leisten – aber genau darin lag auch eine ihrer grössten Herausforderungen.
Sie hatte nämlich eine Fähigkeit, die ihr eher geschadet als geholfen hat: über ihre eigenen Grenzen zu gehen. Im Beruf, im Alltag, im Training. Je mehr Stress, desto mehr war ihre Reaktion: noch härter trainieren, noch mehr leisten, noch weniger Pause.
Irgendwann hat ihr Körper angefangen, andere Signale zu senden.
Ein grosser Teil unseres Coachings war deshalb das Thema Selbstfürsorge. Nicht als hübsches Wort, sondern ganz praktisch im Alltag: Was braucht mein Körper gerade wirklich? Wann brauche ich Belastung, wann Erholung? Und darf ich mir diese Pausen überhaupt zugestehen?
Ein Thema, das uns dabei besonders lange begleitet hat, war ihr Zyklus. Nina hatte starke Beschwerden – ausgeprägtes PMS, sehr schmerzhafte und starke Blutungen. Lange dachte sie, damit müsse sie einfach leben. Die Lösung, die ihr bisher angeboten wurde, war meist die Pille. Aber sie wollte ihren Körper ganzheitlicher verstehen.
Also haben wir genauer hingeschaut: auf ihren Zyklus, ihre Trainingsbelastung, ihre Ernährung, ihre Regeneration und die Signale, die ihr Körper ihr eigentlich schon lange gesendet hatte. Gleichzeitig war es mir wichtig, sie dabei zu unterstützen, passende Anlaufstellen zu finden – Stellen, bei denen sie sich mit ihren Beschwerden auch ernst genommen fühlt.
Im Laufe unseres Coachings hat sich einiges verändert. Nicht nur ihr Training und ihre Ernährung, sondern vor allem ihre Haltung sich selbst gegenüber. Aus einer Frau, die oft gegen sich selbst gearbeitet und hart mit sich war, wurde eine Frau, die gelernt hat, mit ihrem Körper zusammenzuarbeiten statt gegen ihn.
Das hat sich auch im Sport gezeigt. Die harten Einheiten, die früher einen grossen Reiz für sie hatten, standen plötzlich nicht mehr im Mittelpunkt. Stattdessen entdeckte sie die Freude an ruhigeren, längeren Läufen, am Draussensein, an Bewegung als etwas, das ihr Energie gibt – und nicht als weitere Aufgabe auf der To-do-Liste. Auch Krafttraining blieb wichtig für sie, aber mit anderem Fokus: nicht um noch mehr zu leisten, sondern um sich stark, stabil und wohl im eigenen Körper zu fühlen.
Besonders berührt hat mich eine Rückmeldung von Nina nach unserem Coaching:
„Die Selbstfürsorge war immer ein grosses Thema bei mir, bei dem ich nie ganz auf den richtigen Weg gekommen bin. Und genau DICH habe ich noch gebraucht. Ich habe mich als individuelle Frau ernst genommen gefühlt und du hast ab dem ersten Termin eine Atmosphäre des Vertrauens geschaffen. Ich konnte schon so viel umsetzen, was mir wirklich geholfen hat und mein Leben wie auch meine mentale Verfassung bereichert hat."
Bei ihrer Mail hatte ich fast Tränen in den Augen. Genau solche Rückmeldungen sind für mich der Grund, warum ich meine Arbeit so liebe.
Manchmal geht es im Coaching nämlich gar nicht darum, noch mehr aus sich herauszuholen. Manchmal geht es darum, wieder bei sich selbst anzukommen.
Heute weiss Nina mehr über ihren Körper, hat neue Wege gefunden, mit ihren Beschwerden umzugehen, und trifft Entscheidungen bewusster. Sie hat gelernt: Stärke bedeutet nicht nur durchzuhalten. Stärke bedeutet auch, sich selbst zuzuhören. Ich freue mich sehr, dass ich sie ein Stück auf diesem Weg begleiten durfte.




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