Kaffee - Freund oder Feind für Fruchtbarkeit und Kinderwunsch?

Aktualisiert: 18. Mai

Kaffee ist das beliebteste Heissgetränk hierzulande. Und über kaum ein Getränk existieren so viele unterschiedliche Studien. Lange galt Kaffee als ungesund, heutzutage wird vielmehr über die positiven Effekte von Kaffee berichtet. Drei bis vier Tassen Kaffee gelten als unbedenklich, je nach Quelle werden sogar Maximalmengen von bis zu 6 Tassen pro Tag angegeben. Unser Hormonsystem reagiert aber sehr sensibel auf das Heissgetränk. Bei Menstruationsproblemen, verminderter Fruchtbarkeit oder einem unerfüllten Kinderwunsch kann Kaffee eine Rolle spielen. Wieso, erfährst du in diesem Blogbeitrag.


Koffein - Ursprung und Wirkung

Kaffee und übrigens auch seine koffeinhaltigen Kollegen (Tee, Cola, Energy-Getränke) schätzen wir aufgrund seiner Funktion als Muntermacher. Koffein wird natürlicherweise von Pflanzen als Frassschutz produziert um Schädlinge abzuweisen. Koffein ist also genau genommen ein Gift, dass auch bei Menschen in grossen Mengen tödlich wirken könnte. In den Dosen, in denen wir es zu uns nehmen, regt Koffein das Zentralnervensystem an, wodurch wir bereits 30min nach dem Konsum besonders wach und konzentriert sind. Der Puls und Blutdruck steigt und die Gefässe werden in der Peripherie weiter und im Gehirn enger. Dadurch steigt unsere Aufmerksamkeit und Konzentration. Unsere Muskeln werden besser durchblutet, weshalb Koffein oft vor dem Sport konsumiert wird. Manche nehmen Kaffee auch aufgrund seiner Wirkung auf die Darmtätigkeit zu sich.


Schädliche Wirkung für Zyklus, Fruchtbarkeit und Kinderwunsch

Die anregende Wirkung von Koffein ist aber schädlich für unsere Hormongesundheit. Koffein stimuliert die Nebennieren das Stresshormon Cortisol auszuschütten. Aufgrund dieses Wirkmechanismus ist der Körper nach Kaffeekonsum ständig der Meinung er sei in Gefahr. In den Morgenstunden ist unsere körpereigene Cortisolproduktion sowieso schon erhöht. Wenn wir also morgens als erstes gerade zur Kaffeetasse greifen, lösen wir in unserem Körper eine Stresskaskade aus. In Kombination mit unserer stressfördernden Leistungsgesellschaft kann dies gravierende Folgen auf unser Hormonsystem haben. Ist der Körper ständig gestresst, stellt er seine Fruchtbarkeit ein. Die Folge sind ausbleibende und unregelmässige Zyklen, eingeschränkte Fruchtbarkeit oder gar ein unerfüllter Kinderwunsch. Durch das ständig erhöhte Stresslevel wird der Körper zunehmend erschöpft, was zur Folge hat, dass wir noch mehr Koffein zu uns nehmen.

Last but not least gilt Kaffee als Nährstoffräuber. Er kann die Aufnahme von Eisen und anderen wichtigen Mikronährstoffen hemmen und sollte deshalb nicht direkt nach den Mahlzeiten eingenommen werden.


Tipps zur Einnahme

Ist Kaffee schlecht für alle? Nicht wirklich. Jeder von uns kann eine andere Reaktion auf Kaffee haben. Manche Menschen werden hibbelig und nervös, während andere sich stundenlang beschwingt fühlen. Viele Kaffeetrinker berichten, dass sie sich in den ersten zwei Stunden gut fühlen, aber danach nehmen ihre Energie und geistige Wachheit schnell ab. Grundsätzlich würde ich dir empfehlen deinen Koffeinkonsum etwas zu reduzieren oder gar ganz einzuschränken. Falls das für dich aktuell keine Option ist, solltest du zumindest darauf achten Kaffee erst nach dem Frühstück zu dir zu nehmen und am besten in Abstand von 2h zu den Mahlzeiten. Wie wäre es stattdessen mit einem leckeren Kräutertee oder eine Kaffeealternative? Wenn dir es schwerfällt auf Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke zu verzichten, frage dich wieso du Kaffee zu dir nehmen MUSST. Hast du das Gefühl ohne Kaffee nicht zu funktionieren? Was in deinem Leben treibt mich so an, dass du ständig das Gefühl hast deine maximale Leistung erbringen zu müssen?


Achtung vor Entzugssymptomen

Wenn du dich dafür entscheidest den Kaffee nun wegzulassen, dann wirst du ziemlich sicher Entzugssymptome feststellen können. Diese entstehen durch das plötzliche Ungleichgewicht im Körper. Die Entzugserscheinungen sind in den ersten 12 - 24 Stunden am schlimmsten und flachen in den nächsten zwei bis neun Tagen wieder ab. Die häufigsten Symptome sind Kopfschmerzen, Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Verstopfung, Reizbarkeit, Unkonzentriertheit und innere Unruhe. Etwas sanfter geht der Entzug vonstatten, wenn du das Koffein von Tag zu Tag reduziert, bis du schliesslich bei Null ankommst.



Quellen:

Bin Mahmoud, A. Z., Makhdoom, A. N., Mufti, L. A., Alreheli, R. S., Farghal, R. G., & Aljaouni, S. E. (2014). Association between menstrual disturbances and Axis. PLOS ONE, 8(1).

Hurrell, R. F., Reddy, M., & Cook, J. D. (1999). Inhibition of non-haem iron absorption in man by polyphenolic-containing beverages. The British Journal of Nutrition, 81(4), 289–295.

Sharma, R., Biedenharn, K. R., Fedor, J. M., & Agarwal, A. (2013). Lifestyle factors and reproductive health: Taking control of your fertility. Reproductive Biology and Endocrinology: RB&E, 11, 66.

Bild: www.wix.com




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